Das Dorf kennenlernen
Zu den 24 Dörfern des Pelion gehört auch Lafkos, ein malerisches traditionelles Dorf im Südpelion mit herrlichem Blick auf seinen Hafenort Milina und den Pagasitischen Golf. Von Volos sind es 48 km über Metochi oder 57 km, wenn Sie die Straße über Chorto und Milina nehmen. Der Ort verzaubert seine Besucher, denn er hat seinen traditionellen Charakter vollständig bewahrt – mit Steinhäusern, alten Herrenhäusern, gepflasterten Kalderimi-Gassen und traditionellen Brunnen – und verbindet dabei Berg und Meer.
Das Dorf wurde zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert von Kapitän Stergios Basdekis gegründet. In osmanischer Zeit erlebte es eine große wirtschaftliche Blüte, und auch seine Tradition in Kunst und Bildung ist groß. Heute bildet es zusammen mit Promyri und Milina den Gemeindebezirk Sipiada, dessen Name auf den Mythos von der Nereide Thetis und Peleus zurückgeht. Mythologiefans kennen die Geschichte: Um Peleus zu entkommen, der sich unsterblich in sie verliebt hatte, verwandelte sich Thetis in einen Tintenfisch (griechisch „sipia“). Doch Peleus gelang es schließlich, sie in einer Höhle am Kap Sipiada für sich zu gewinnen – und so wurde Achilles geboren.
Zur Herkunft des Ortsnamens gibt es viele Theorien: etwa dass er auf einen der ersten Siedler zurückgeht, auf die vielen Pappeln (griechisch „lefkes“) im Dorf oder auf das Adjektiv „glafkos“, das „klar, rein“ bedeutet.
Schlendern Sie während Ihres Aufenthalts durch die hübschen Viertel, spazieren Sie über die malerischen Kalderimi-Gassen, bewundern Sie die schönen Herrenhäuser mit klassizistischen Einflüssen und ruhen Sie sich auf dem großen gepflasterten Dorfplatz aus. Hochgewachsene Platanen spenden hier Schatten, und in den Tavernen und Restaurants können Sie gut essen. Am Platz steht auch die Kirche der Panagia, die Mariä Geburt geweiht ist – eine dreischiffige Basilika mit bemerkenswertem Glockenturm. Ihr zu Ehren wird vom 8. bis 10. September ein Kirchweihfest gefeiert, ebenso am Vorabend und am Festtag der Agia Paraskevi am 25. und 26. Juli. Gleich nebenan liegt das Fampeio-Museum, das Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Hier sehen Sie exzellente Skulpturen aus weißem Pelion-Marmor des einheimischen Malers und Bildhauers Thanassis Fampas.
Ein weiteres Museum, das Sie interessieren wird, ist das Radiomuseum „Antonis Tavanis“ in einem zweistöckigen klassizistischen Herrenhaus von 1890. Es besitzt eine große Sammlung seltener und wertvoller Radios aus aller Welt, die der deutsche Philhellene Wilfried Schöps dem Dorf geschenkt hat.
Nehmen Sie sich anschließend Zeit für das Kloster Agios Athanassios nördlich des Dorfes an der Stelle „Kotikia“, einer Gegend mit üppiger Vegetation. Das Kloster wurde 1795 auf Kosten von Stergios Basdekis an der Stelle eines alten Klosterguts des Taxiarches-Klosters von Agios Georgios Nileias errichtet. Erbaut hat es der Baumeister Dimos Zipaniotis; heute steht es unter Denkmalschutz. Typisch sind die Steinreliefs des Bildhauers Milios an der Außenfassade sowie frühchristliche Überreste. Am Vorabend, dem 1. Mai, wird am Kloster das Kirchweihfest gefeiert, und am Festtag, dem 2. Mai, wird etwas weiter, rund um einen alten Dreschplatz, ausgelassen gefeiert. Fällt das Fest in die Fastenzeit oder auf Ostern, wird es verschoben.
Ein weiteres sehenswertes Gotteshaus ist schließlich die Kapelle Agia Paraskevi im gleichnamigen Viertel, von der aus Sie einen großartigen Blick auf das Dorf, Milina und den Pagasitischen Golf haben.
Im Dorf finden bedeutende Kulturveranstaltungen statt, allen voran die „Gitarrentage“: Jeden Sommer gibt es Seminare und Konzerte für klassische Gitarre, zu denen zahlreiche weltbekannte Gitarristen und Komponisten eingeladen werden.
Wenn Sie gerne wandern und die Natur lieben, folgen Sie einem der Pfade rund um das Dorf. Einer führt auf einer sehr schönen Route zum Strand von Paltsi, andere nach Milina. Zu Lafkos gehören außerdem mehrere hübsche Siedlungen, sowohl an der Ägäis als auch am Pagasitischen Golf. An der Ägäis liegt Mikro mit seinen traumhaften Sandstränden, etwas weiter der Strand von Xontri Amos. Am Pagasitischen Golf finden Sie die Siedlungen Agios Andreas, Koukouleika und Marathias.













