PELION KENNENLERNEN · 04

Küche

Eine Reise durch Aromen und Düfte

5 Min.5 Abschnitte

Neben seinen Sitten und Bräuchen hat sich der Pelion auch seine Aromen und Düfte bis heute bewahrt. Seine Küche ist etwas Besonderes – so viele köstliche Gerichte, dass der Berg der Kentauren den Beinamen „Feinschmeckerparadies“ zu Recht trägt.

Die Auswahl an regionalen Spezialitäten ist groß: Probieren Sie eine heiße Fasolada (Bohnensuppe) oder ein scharfes Spetsofai, ungewöhnliche und gesunde Salate wie Tsitsiravla, Meeresfrüchte-Mezedes vor allem in den Küstendörfern sowie heimisches Obst und Süßes. Über allem aber steht das hervorragende Olivenöl aus den unzähligen Olivenhainen der Gegend, mit dem fast jedes Gericht gekocht wird.

Traditionelle Gerichte des Pelion

In den kleinen, malerischen Tavernen der Pelion-Dörfer finden Sie traditionelle Gerichte wie diese:

Fasolada. Verlassen Sie den Pelion nicht, ohne eine heiße Fasolada gegessen zu haben – das Wintergericht schlechthin, das in fast jeder traditionellen Taverne serviert wird. Sie wird aus Bohnen, Gemüse wie Lauch, Karotten, Sellerie und Zwiebeln, Tomate und reinem nativem Olivenöl zubereitet. Was sie von anderen Bohnensuppen unterscheidet, sind die scharfen Peperoni, die die Einheimischen hinzufügen und die ihr einen eigenen, pikanten Geschmack geben. Manchmal kommt auch eine in Scheiben geschnittene Wurst hinein, die sie noch schmackhafter macht.

Spetsofai. Ein weiteres traditionelles Pelion-Gericht, das Sie fast überall finden. Es ist recht einfach zuzubereiten, hat aber ein paar kleine Geheimnisse. Es besteht aus grünen Paprika und der hiesigen Pelion-Wurst, der Hauptzutat, langsam in Tomatensoße geschmort. Manche geben noch scharfe rote Peperoni dazu, damit es pikanter wird. Das Geheimnis: Die Wurst ist fertig, wenn beim Einstechen kein Saft mehr austritt. Es ist genau richtig für kalte Wintertage, weil es Kraft gibt, aber auch ein idealer Sommer-Meze zum Tsipouro, dem örtlichen Tresterbrand.

Die Wurst hat hier überhaupt ihre eigene Geschichte, besonders in Stagiates, einem Dorf, das für seine köstlichen traditionellen Würste bekannt ist. Dort findet sogar ein Wurstfest statt, bei dem Besucher die überlieferte Art der Herstellung kennenlernen.

Weitere traditionelle Gerichte des Pelion, aus reinen Zutaten vom Berg und von den Einheimischen mit Sorgfalt gekocht:

  • Bubari, Darm gefüllt mit Innereien, Hackfleisch und Reis.
  • Kokoras krasatos, Hahn in Wein geschmort.
  • Schweinefleisch mit Quitten oder Backpflaumen.
  • Kolokithokorfades, Zucchiniblüten gefüllt mit Reis und Hackfleisch.
  • Riganokeftedes, Kartoffelbällchen mit frischem wildem Oregano.
  • Kritama (Meerfenchel), eine Pflanze, die an der ganzen Küste des Ost-Pelion auf den Felsen am Meer wächst. Sie wird in Essig eingelegt und würzt Salate.
  • Fteres (Farn), eine der häufigsten Pflanzen des Pelion, aus der die Einheimischen Bratlinge und Salate machen.
  • Tsitsiravla, die zarten Triebe der Terpentin-Pistazie (wilder Pistazienstrauch), die im Frühling gesammelt werden. Sie werden in einem Topf mit wenig Wasser blanchiert und mit Öl, Essig und Knoblauch serviert. Frisch gibt es sie, wenn Sie im Frühling kommen, in Salzlake eingelegt das ganze Jahr – und sie sind der beste Meze zum Tsipouro.

Meeresfrüchte-Mezedes

Sehr bekannt ist auch die Fisch- und Meeresküche der Region, die Sie in den unzähligen Fischtavernen genießen können, vor allem in den Küstendörfern. Suchen Sie sich aus einer großen Auswahl an frischem Fisch Ihren Lieblingsfisch aus, probieren Sie Muscheln und Tintenfisch und trinken Sie dazu ein kleines 200-ml-Fläschchen Tsipouro, das typischste Getränk des Pelion.

Im Pelion gibt es außerdem die Tradition des Fischerabends, vor allem in den Küstendörfern, bei dem reichlich frischer Fisch an alle verteilt wird, die vorbeikommen.

Regionale Getränke

Zur Küche des Pelion gehören nicht nur die traditionellen Gerichte. Zwei bekannte Getränke, die die Bewohner des Berges selbst herstellen, runden sie aufs Beste ab: Wein und Tsipouro.

Wein. Er wird aus heimischen roten Trauben gemacht, die zu Most gekeltert werden. Der Hauswein begleitet in den Tavernen fast jeden traditionellen Meze, und Sie bekommen ihn auch in kleinen Läden in den Dörfern zum Mitnehmen.

Tsipouro. Er wird aus dem Trester gebrannt, hier „Tsabouro“ genannt – also dem, was nach dem Keltern und dem Abziehen des Mosts von den Trauben übrig bleibt. Oft kommt beim Brennen Anis für das Aroma dazu, und für bessere Qualität wird häufig ein zweites Mal destilliert. Tsipouro trinkt man vor allem zu Meeresfrüchte-Mezedes, und er wird in vielen Läden vor Ort verkauft.

In Katichori findet ein Tsipouro-Fest statt, bei dem Besucher aus der Nähe sehen, wie der Trester in den Brennkesseln kocht und der Tsipouro destilliert wird.

Obst

Der Pelion erzeugt große Mengen an sehr aromatischem Obst, etwa Äpfel, Birnen, Kirschen, Kastanien, Trauben, Orangen, Pfirsiche und vieles mehr. Vieles davon bauen die Einheimischen selbst an, mit viel Sorgfalt und kaum Chemie, und Sie finden es an Ständen und in Läden in den Dörfern.

Die Firiki, für die der Berg berühmt ist, sind kleine Äpfel mit besonderem Duft und süßem Geschmack. Sie sind ein Erzeugnis mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) der Europäischen Union unter dem Namen „Mila Firikia Piliou“ (Firiki-Äpfel vom Pelion). Der Apfelanbau ist eine der wichtigsten Tätigkeiten der Bewohner von Zagora, deshalb ist das Dorf für seine Äpfel und Firiki bekannt; die Marke „Zagorin“ der örtlichen landwirtschaftlichen Genossenschaft kennt man nicht nur in Griechenland, sondern auch im Ausland.

Berühmt sind auch die Kastanien des Pelion, wegen ihrer guten Qualität und ihrer Größe. Kastanienbäume brauchen weniger Pflege als andere Kulturen, deshalb bauen viele Erzeuger am Berg sie an.

Wie sehr die Menschen im Pelion ihr Obst lieben, zeigen auch die Feste, die sie ihm zu Ehren feiern. Die Termine ändern sich von Jahr zu Jahr, fragen Sie also vorher im Dorf nach:

  • Das Kirschfest in Agios Lavrentios im Juni.
  • Das Birnenfest in Milies Ende August.
  • Das Apfelfest in Zagora Anfang September.
  • Das Kastanienfest in Xorychti Ende Oktober.

Landwirtschaftliche Frauengenossenschaften

In vielen Dörfern des Pelion haben Frauen im Laufe der Jahre landwirtschaftliche Genossenschaften gegründet, die Produkte von besonderer Qualität herstellen und verkaufen. Nach alten Rezepten und den Geheimnissen ihrer Großmütter bereiten sie traditionelle Produkte aus reinen Zutaten vom Berg zu, ohne Konservierungsstoffe. In ihren Läden und an ihren Ständen finden Sie Glyka tou koutaliou („Löffelsüßes“, in Sirup eingekochte Früchte) und Marmeladen aus frischem Obst wie Kirsche, Feige, Apfel, Zitrone, Bitterorange und mehr, mit Zucker und Wasser eingekocht. Das perfekte Dessert nach einem guten Essen.

In Anilio gibt es die Frauengenossenschaft „Ta Aniliotika“, wo Sie traditionelles Löffelsüßes, Marmeladen und Fruchtliköre kaufen können. Bei der Frauengenossenschaft von Portaria finden Sie neben Löffelsüßem und Marmeladen auch Nudeln wie Chylopites und Trachanas sowie verschiedene Getränke. Die Agrotourismus-Frauengenossenschaft von Zagora schließlich bietet Löffelsüßes und Blechkuchen, Marmeladen, Fruchtliköre, aromatisiertes Öl und Essig sowie eingelegte Tsitsiravla.

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