Das Dorf kennenlernen
Von allen Dörfern des Pelion war Portaria das wichtigste Handelszentrum und erlebte viele Epochen von Blüte und Wohlstand. Es liegt an den Westhängen des Pelion, nördlich von Volos, an einem üppig grünen Hang mit reichlich fließendem Wasser und weitem Blick über den Pagasitischen Golf und die umliegenden Dörfer. Man hat ihm schon viele Beinamen gegeben, etwa „die Herrin des Pelion“ oder „die Dame am Empfang“ – denn es ist das erste Dorf auf dem Weg hinauf zum Gipfel des Pelion und heißt die Reisenden sozusagen „willkommen“.
Die erste Siedlung, Dryanobaina genannt, entstand zur Zeit der slawischen Einwanderung nach Griechenland. Gegen Ende der byzantinischen Zeit wurden in der Gegend viele Klöster gegründet, darunter das Kloster der Panagia Portarea, um das herum sich die damalige Siedlung zunächst entwickelte. Von diesem Kloster aus dem 13. Jahrhundert hat das Dorf auch seinen Namen. Bis zum 18. Jahrhundert entwickelte es sich zu einem bedeutenden Handels- und Handwerkszentrum der Region. Die Bewohner lebten vor allem von der Landwirtschaft, vom Handel und von der Seidenverarbeitung, und in all diesen Bereichen ging es rasant voran.
Wenn Sie Portaria besuchen, nehmen Sie sich genug Zeit für seine vielen Sehenswürdigkeiten. Wie die meisten Pelion-Dörfer besitzt es viele große klassizistische Herrenhäuser im thessalisch-makedonischen Stil mit Dächern aus Steinplatten, die von den Blütezeiten der Gegend zeugen; viele davon sind heute Gästehäuser. Die meisten dieser gut erhaltenen Steinvillen wurden von Einheimischen gebaut, die nach Ägypten ausgewandert waren und nach Jahren wohlhabend in ihre Heimat zurückkehrten.
Natürlich fehlen auch hier die malerischen Kalderimia (gepflasterte Saumpfade), schöne Wanderwege und Brunnen mit fließendem Wasser nicht. Wir empfehlen Ihnen, auf dem Kentaurenpfad zu wandern und die üppige Vegetation und die Schönheit der Natur zu genießen. Am Ausflugsort Karavos können Sie entspannen und sich vom Wasser des gleichnamigen kleinen Wasserfalls verzaubern lassen. Das Wasser stammt aus der Quelle Mana, die etwas weiter oben an einem angelegten Platz mit Steinpflaster liegt.
Das Dorf hat drei Plätze, auf denen Sie sich nach Ihren Spaziergängen ausruhen können: den Hauptplatz „Melina Merkouri“, auf dem die meisten Kulturveranstaltungen stattfinden, den Adamenas-Platz, an dem der Weg zur Quelle Mana beginnt, und den Taxiarchon-Platz mit seiner kleinen Steinkapelle. Wenn Sie am Hauptplatz sind, sollten Sie unbedingt beim Hotel „Theoxenia“ ganz in der Nähe vorbeischauen. Es wurde 1904 erbaut und war eines der bedeutendsten und luxuriösesten Hotels auf dem Balkan, bis es 1944 von den Deutschen niedergebrannt wurde.
Das Dorf hat viele Kirchen, allen voran die bereits erwähnte Panagia Portarea. Das Kloster wurde um 1273 oder schon früher gegründet und besitzt viele bemerkenswerte Fresken. Heute ist vom Kloster der Panagia Portarea nur noch eine kleine Kapelle erhalten; ihren Haupteingang schmückt, wie einst beim Kloster, eine Marienikone. Gleich daneben steht die Kirche Agios Nikolaos, eine dreischiffige Basilika von 1856 mit besonderen Reliefs im Inneren und einer reich vergoldeten Ikonostase. Ebenso sehenswert sind die Kirche Agioi Anargyroi, das byzantinische Kloster Agios Ioannis Prodromos (Johannes der Täufer) und das Kloster der Panagia Odigitria.
Ein interessanter Halt auf Ihrem Rundgang ist das Museum für Geschichte und Volkskunst des Dorfes im zweistöckigen Herrenhaus von D. Zoulias. In einer Dauerausstellung erfahren Besucher mehr über die große Blütezeit von Portaria und die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Gegend vom Anfang des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
Neben den Sehenswürdigkeiten können Besucher das ganze Jahr über zahlreiche Kulturveranstaltungen im Dorf erleben und mitmachen – die Themen sind so vielfältig, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Im Mai gibt es eine Blumenausstellung, bei der das Dorf in Farben und Düften schwelgt; im Sommer finden zwei Tanzfestivals statt (das Kinderfestival für traditionellen Tanz und das Internationale Festival für traditionellen Tanz) mit viel Musik und Tanz; und jeden August wird die Pelion-Hochzeit nach altem Brauch nachgestellt – eine der wichtigsten Veranstaltungen des Dorfes. Für Motorsportfans richtet der Automobilclub Volos im September das Bergrennen von Portaria im Rahmen der griechischen Bergmeisterschaft aus.
Bevor Sie abreisen, probieren Sie unbedingt den Tsipouro der Gegend (den lokalen Tresterbrand) oder kaufen Sie handgemachtes Löffelobst (in Sirup eingekochte Früchte) oder traditionelle Gerichte bei der Agrotourismus-Frauengenossenschaft, die ihren Sitz in Portaria hat.
In der Nähe des Dorfes
Kapelle Panagia PortareaSehenswürdigkeit · 0,1 km
Museum für Geschichte und VolkskunstSehenswürdigkeit · 0,2 km
Kirche Agioi AnargyroiSehenswürdigkeit · 0,3 km
Traditionelle Ölmühle „Hatzigiannis“Sehenswürdigkeit · 0,7 km
Kirche Mariä Entschlafung (Koimisi tis Theotokou)Sehenswürdigkeit · 1,7 km
Museum für Volkskunst und Geschichte des PelionSehenswürdigkeit · 1,7 km





