Das Dorf kennenlernen
Makrinitsa (auch Makrynitsa geschrieben) ist eines der beliebtesten Ziele im Pelion – und das nicht ohne Grund. Üppige Vegetation, die gut erhaltene typische Pelion-Architektur, der Panoramablick über den Pagasitischen Golf und Volos sowie die vielen Sehenswürdigkeiten erklären den großen Andrang. Das traditionelle Dorf ist terrassenförmig an einen steilen Westhang des Pelion gebaut, zwischen der Schlucht Mega Rema und dem Berg Sarakinos; die Häuser scheinen förmlich am Berg zu hängen. Bis Volos sind es nur 17 km.
Makrinitsa hat eine glanzvolle Vergangenheit und eine reiche Geschichte. Sie beginnt Anfang des 13. Jahrhunderts, genauer 1204, wie die Tafel am Ortseingang verrät: Damals entstand die Siedlung rund um das Kloster der Theotokos Oxeia Episkepsis (Gottesmutter der schnellen Hilfe). Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte das Dorf in vielen Bereichen eine große Blütezeit, und es gehörte zu den Dörfern, die sich beim Aufstand von 1821 und beim Thessalischen Aufstand von 1878 erhoben.
Seit 1980 ist Makrinitsa zusammen mit Vizitsa und Pinakates als geschützte Siedlung der ersten Zone mit absolutem Schutz ausgewiesen. Auch hier prägt die typische Pelion-Architektur das Bild, denn alle Gebäude haben ihren traditionellen Charakter bewahrt. Besuchen Sie die Kirchen, bewundern Sie die gut erhaltenen und restaurierten Herrenhäuser (viele davon heute Gästehäuser) und die dreistöckigen Steintürme, entdecken Sie versteckte gepflasterte Gassen, erfrischen Sie sich an den Brunnen (es gibt rund 50) und spazieren Sie über die Brücken in den Vierteln Lestiani, Lozniko, Alevizi und Kakouna, dem am höchsten gelegenen Viertel.
Viele nennen Makrinitsa den „Balkon des Pelion“. Ein Spaziergang zum Dorfplatz, dem sogenannten „Pazari“ (Markt), zeigt Ihnen, warum: Von dort genießt man einen Panoramablick über die Stadt Volos und den Pagasitischen Golf. Auf dem Platz können Sie sich im Schatten der jahrhundertealten Platanen abkühlen und in den Lokalen ringsum Kaffee trinken oder essen. Hier stehen auch der Marmorbrunnen „Liontaria“ (Löwen) oder „Athanato Nero“ (Unsterbliches Wasser) von 1809, bei dem das Wasser aus drei bronzenen Löwenköpfen sprudelt, und das große Wandbild „Schlacht an der kalten Quelle“ des bekannten Malers Theofilos, das an der Wand eines Kafenions erhalten ist. Es zeigt den Klephtenführer Katsantonis bei der Rast unmittelbar nach der Schlacht in den Tzoumerka-Bergen und stammt aus dem Jahr 1910.
Auch Makrinitsa besitzt berühmte Kirchen, etwa Agios Ioannis Prodromos (Johannes der Täufer) von 1792 am Hauptplatz mit herrlichen Steinreliefs des Volksbildhauers Theodosios. Eindrucksvoll sind außerdem die Kirche Koimisis tis Theotokou (Mariä Entschlafung), das Kloster Agios Gerasimos und die Kapelle Profitis Ilias (Prophet Elias).
Verlassen Sie Makrinitsa nicht, ohne die vielleicht wichtigste Sehenswürdigkeit besucht zu haben: das Museum für Volkskunst und Geschichte des Pelion im traditionellen Herrenhaus Topali. Das dreistöckige Haus wurde 1844 erbaut (die Jahreszahl ist über dem Eingang eingemeißelt), 1932 von der Familie Topali der Gemeinde für das Volkskundemuseum überlassen und 1985 als Baudenkmal von historischer Bedeutung unter Schutz gestellt. Hier erwartet Sie eine große Sammlung von über 1500 Exponaten aus dem Alltagsleben im Pelion: alte Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Schmuck, Bücher, volkstümliche Wandmalereien, Gemeindearchive, kirchliche Kunst, Trachten und Handarbeiten, alte Waffen und Fahnen.
Das Dorf hat auch sehr schöne Viertel, etwa Agios Georgios, Agia Triada mit dem markanten Turm der Familie Axelos oder Kakouna ganz oben. Am tiefsten Punkt liegt das nach 1600 entstandene Viertel Koukourava mit alten Walkmühlen und Gerbereien, die im 19. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebten und heute verfallen sind. In Koukourava können Sie außerdem die imposante Kirche Agia Magdalini von 1737 und den Wehrturm Skotinioti besichtigen, der zur 7. Ephorie für Byzantinische Altertümer gehört.
Auch an kulturellen Traditionen ist das Dorf reich: Jedes Jahr lassen junge Leute den Brauch der „Maides“ wieder aufleben, ein ausgelassenes Volksfest. Einige von ihnen verkleiden sich als Zeibekides – Gendarmen oder Soldaten des Osmanischen Reiches, die von islamisierten Griechen aus Kleinasien abstammten – und ziehen, begleitet von traditionellen Musikinstrumenten, tanzend und singend von Haus zu Haus. Der Brauch hat seine Wurzeln im Dionysoskult und feiert die Wiedergeburt der Natur und des Lebens.
Im Dorf gibt es einen bedeutenden Markt mit traditionellen Produkten. Bummeln Sie durch die Läden und kaufen Sie Löffelobst (in Sirup eingekochte Früchte), Kräuter, Obst, lokalen Wein und Tsipouro (den lokalen Tresterbrand) sowie Souvenirs.
In der Nähe des Dorfes
Kirche Mariä Entschlafung (Koimisi tis Theotokou)Sehenswürdigkeit · 0,1 km
Museum für Volkskunst und Geschichte des PelionSehenswürdigkeit · 0,2 km
Museum für Geschichte und VolkskunstSehenswürdigkeit · 1,5 km
Kapelle Panagia PortareaSehenswürdigkeit · 1,8 km
Kirche Agioi AnargyroiSehenswürdigkeit · 1,9 km
Traditionelle Ölmühle „Hatzigiannis“Sehenswürdigkeit · 2,4 km






