Milies, Zentral-Pelion
DORF · ZENTRAL-PELION

Milies

Eindrucksvolle Schönheit

14
DORF · ZENTRAL-PELION
Milies

Eindrucksvolle Schönheit

Milies, Zentral-Pelion
HÖHE410m
AB VOLOS28 km
EINWOHNER640
NÄCHSTER STRANDBoufa · 4,5 km
SKIGEBIET40 km
REGIONZentral-Pelion

Das Dorf kennenlernen

Aus einem dicht bewachsenen Hang des zentralen Pelion taucht Milies auf, eines der bekanntesten und berühmtesten Dörfer am Berg der Kentauren, in dem sich Naturschönheit und Tourismus perfekt verbinden. Milies ist Sitz der gleichnamigen Gemeinde und liegt nahe bei anderen wichtigen Pelion-Dörfern wie Vizitsa und Pinakates. Jedes Jahr kommen Tausende Besucher, um die Sehenswürdigkeiten zu bewundern und die Beispiele traditioneller Pelion-Architektur aus der Nähe zu sehen.

Die älteste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1510, doch vieles deutet darauf hin, dass es schon viel früher besiedelt war. Der Überlieferung nach wurde es von Bewohnern des Dorfes Milies auf Euböa gegründet, die ihre Heimat verließen, um Piratenüberfällen zu entkommen. Während der osmanischen Herrschaft spielte Milies eine wichtige Rolle im wirtschaftlichen und geistigen Leben der Region und war 1821 ein Zentrum des Aufstands. Bedeutende Namen der Aufklärung und der Literatur wurden hier geboren, etwa Anthimos Gazis, Daniil Filippidis und Grigorios Konstantas. Sie gründeten 1814 die Schule von Milies „Psychis Akos“ („Heilung der Seele“), die heute als Bibliothek dient.

Das Dorf hat so viele Sehenswürdigkeiten, dass Sie Zeit und Ausdauer brauchen, um alles zu sehen. Für eine Pause gibt es einen herrlichen Platz mit Platanen, Restaurants und Kafenia (traditionellen Cafés); frisches, klares Wasser bekommen Sie an den traditionellen Brunnen, die überall verstreut sind – schöne Beispiele der berühmten Pelion-Architektur.

Das Wahrzeichen der Gegend ist der „Moutzouris“, die kleine Bahn des Dorfes, die jedes Jahr Tausende Besucher aus ganz Griechenland und dem Ausland anzieht. Sie wurde im 19. Jahrhundert gebaut und verband Milies mit Volos. Erbaut hat sie der italienische Ingenieur Evaristo de Chirico, der Vater des berühmten Malers Giorgio de Chirico.

Sehenswert ist auch die Kirche Pammegiston Taxiarchon. Wann sie erbaut wurde, ist unbekannt, wir wissen aber, dass sie 1741 renoviert wurde. Sie ist den Erzengeln Michael und Gabriel sowie Allerheiligen geweiht. Von außen sieht sie überraschenderweise gar nicht wie eine Kirche aus: Sie entstand während der osmanischen Herrschaft und hat deshalb weder Glockenturm noch andere religiöse Symbole. Im Inneren finden Sie großartige nachbyzantinische Fresken sowie historische und religiöse Kostbarkeiten. Von hier aus wurde im Mai 1821 unter Anthimos Gazis der Aufstand in Thessalien ausgerufen.

Gegenüber der Kirche liegt die öffentliche Bibliothek des Dorfes. Dort sehen Sie Gegenstände aus der Schule „Psychis Akos“, alte Instrumente für Physik und Chemie sowie historische Erinnerungsstücke aus der Zeit der Revolution.

Ganz in der Nähe des Platzes steht das Rathaus, in dem auch das Volkskundemuseum des Dorfes untergebracht ist. Es zeigt eine reiche Sammlung volkstümlicher Kunst, dazu Werke des Malers Theofilos.

Ein Muss ist der Bahnhof von Milies – und eine Fahrt mit dem Moutzouris. In der Sommersaison bis zum 31. Oktober fährt der Zug täglich einmal: Abfahrt um 11 Uhr in Ano Lechonia, Rückfahrt um 16 Uhr ab Milies.

Die schöne Landschaft ergänzen die eindrucksvolle Stahlbrücke De Chirico etwas hinter dem Bahnhof sowie das Denkmal für die Gefallenen an der Stelle, an der die Deutschen 33 Dorfbewohner erschossen. Jedes Jahr wird hier am Sonntag, der dem 4. Oktober am nächsten liegt, eine Gedenkfeier abgehalten.

Machen Sie zum Schluss noch einen Abstecher zur Kirche Agios Nikolaos mit den Gräbern von Gazis, Konstantas und Filippidis sowie zur Höhle, in der der Überlieferung nach der Kentaur Chiron lebte.

Wenn Sie im Sommer kommen, können Sie das Kirchenfest der Agia Paraskevi miterleben, das jedes Jahr vom 25. bis 27. Juli unter anderem mit traditioneller Musik und Liedern gefeiert wird. Ebenfalls im Sommer finden die „Filippidia“ statt, eine Reihe von Kulturveranstaltungen mit Konzerten, Ausstellungen und vielem mehr. Mitte August folgt die „Miliotiki Vradia“ (der Abend von Milies), und Ende August ist das Dorf beim „Birnenfest“ voller Menschen.

Nahe Strände zum Baden sind Kala Nera und der wunderschöne Strand von Koropi (Boufa), etwa 8 km von Milies entfernt.