Das Dorf kennenlernen
Das kleine, malerische Dorf Keramidi liegt zwischen dem Mavrovouni und dem Pelion. Es ist zwar nicht so bekannt wie andere Pelion-Dörfer, aber ebenso bezaubernd und traditionell. Berg und Meer verbinden sich hier harmonisch: Von der hohen Lage des Dorfes genießen Sie einen herrlichen Blick über die Ägäis bis zur Chalkidiki, die sich in der Ferne am Horizont abzeichnet, und der Strand der Siedlung Kamari ist ganz nah. Ins Dorf selbst dürfen keine Autos, lassen Sie Ihren Wagen also am besten außerhalb stehen und gehen Sie zu Fuß über die schönen gepflasterten Wege.
Die Geschichte des Dorfes umfasst rund drei Jahrhunderte, manche Forscher halten sie aber für länger. Gegründet wurde es von Bewohnern umliegender Dörfer, Flüchtlingen und anderen Bauern, die unter dem Druck der Osmanen an diesem abgelegenen Ort Schutz suchten – der dichte Wald bot ihnen perfekte Deckung. Seinen Namen verdankt Keramidi dem gebrannten Ziegel („keramidi“), aus dem die ersten Häuser des Dorfes gebaut waren.
Heute bewahrt Keramidi mit seinen Gassen und Steinhäusern den traditionellen Pelion-Charakter. Mittelpunkt des Dorflebens ist der Leontos-Mela-Platz, von den Alten „Alonaki“ genannt, mit seinen riesigen Platanen und kleinen Läden ringsum. Ganz in der Nähe steht die Kirche Agios Georgios, eine 1787 erbaute Basilika mit unglaublichem Blick auf die Ägäis. Charakteristisch sind ihr mit Schieferplatten gedecktes Dach und der steinerne Glockenturm; etwas weiter liegt das kleine, aber sehr interessante Kirchenmuseum.
Am Fest des Heiligen Georg, dem 23. April, wird im Dorf ein Kirchenfest mit traditioneller Musik und Tänzen gefeiert. Dabei wird den Besuchern traditionelles Pligouri serviert, ein Eintopf aus verschiedenen Fleischsorten mit Weizen, der in den Hagiatia (Arkadengängen) der Kirche zubereitet wird. Neben dem Fest des Heiligen Georg gibt es noch weitere Feste, etwa die dreitägige Feier vom 23. bis 25. August zum neunten Tag nach Mariä Entschlafung sowie verschiedene Feiern an anderen Kapellen des Dorfes.
Nicht weit vom Dorf entfernt, auf dem Hügel der Siedlung Ai Giannis, sehen Sie die Reste einer alten Burg aus hellenistischer oder makedonischer Zeit. Sie war die Akropolis der antiken Kleinstadt Kasthanaia, die hier vermutet wird und die Herodot als den Ort nennt, an dem die Flotte des Xerxes unterging.


