Das Dorf kennenlernen
Das Bergdorf Tsagarada gehört zu den ältesten Dörfern des Pelion und ist vielleicht das bekannteste – in Griechenland wie im Ausland. Aus der Ferne betrachtet scheint es in üppigem Grün und endlosen Wäldern geradezu zu „versinken“. Im Osten genießen Sie einen Panoramablick über die Ägäis in all ihrer Schönheit, im Westen die dicht bewaldeten Hänge des Pelion. Tsagarada verbindet den traditionellen Pelion-Charakter bestens mit dem Tourismus: Es gibt zahlreiche Unterkünfte, Pensionen, Restaurants, Cafés und Läden für Besucher. Besonders interessant ist die Anlage des Ortes, denn er besteht aus vier Vierteln, die jeweils nach der Kirche an ihrem Hauptplatz benannt sind: Agia Paraskevi (das Dorfzentrum), Agioi Taxiarches (das älteste Viertel), Agios Stefanos und Agia Kyriaki.
Über die Herkunft des Namens gibt es unzählige Theorien. Die beiden verbreitetsten besagen, dass er entweder „schöne Aussicht“ oder „königliches Dorf“ bedeutet. Die Geschichte des Ortes beginnt im 16. Jahrhundert, als Bewohner vom Strand von Karavostasia hierherzogen, um den Piraten zu entkommen, und das Dorf gründeten. Seine endgültige Gestalt erhielt Tsagarada im 17. Jahrhundert, und im 19. Jahrhundert erlebte es dank Handel und Seefahrt eine große wirtschaftliche Blüte.
Im Dorf gibt es viel zu sehen, planen Sie Ihre Zeit also gut. Beginnen Sie Ihren Rundgang am Platz im Viertel Agia Paraskevi, der seit jeher Mittelpunkt des Dorflebens ist. Dort steht die uralte, gewaltige Platane, die Sie sofort mit ihrer Größe (der Stamm hat einen Durchmesser von 14 m) und ihrer erhabenen Erscheinung beeindrucken wird. Im Sommer spendet sie herrlich kühlen Schatten – und sie ist ein beliebtes Fotomotiv. Am Platz steht auch die gleichnamige Kirche Agia Paraskevi, die 1909 auf Kosten von Nikolaos Stagos erbaut wurde und eindrucksvolle Wandmalereien sowie eine kunstvoll geschnitzte Ikonostase besitzt. Unterhalb des Platzes finden Sie schließlich den gleichnamigen Brunnen, eine hübsche Quelle aus Naturstein, deren Wasser die Besucher erfrischt.
Setzen Sie Ihren Rundgang mit einem Abstecher zum Platz von Agioi Taxiarches fort, wo eine weitere riesige Platane und ein schöner Marmorbrunnen auf Sie warten. An diesem gepflasterten Platz steht auch die Kirche Agios Taxiarchis, erbaut 1786 und damit die älteste Kirche des Dorfes.
Wenn Sie mehr Ruhe suchen, gehen Sie zum Platz von Agia Kyriaki, der etwas tiefer am Berghang liegt, mit der schönen Kirche Agia Kyriaki. Sie wurde 1882 erbaut und beeindruckt mit ihrem prächtigen Glockenturm. Lohnend ist zuletzt auch der Platz von Agios Stefanos – der erste Platz, auf den man trifft, wenn man aus Zagora kommt, und der Abschluss Ihrer Runde über die Dorfplätze.
Auf Ihren Spaziergängen entdecken Sie außerdem alte Steinbrücken, etwa die von 1787, die die beiden Ufer der Schlucht des Mylopotamos verbindet. Prägend sind aber vor allem einige bedeutende historische Gebäude: die Nanopouleio-Schule, erbaut 1863, seit 1985 als Kunstwerk unter Schutz gestellt und eine Stiftung des Auslandsgriechen N. Nanopoulos; die heute verfallene Kartaleio-Grundschule, eine Stiftung der Familie Kartalis; und die Achillopouleio-Handelsschule, eine Stiftung der Brüder Achillopoulos, in der heute das Digitale Museum und Miniaturenmuseum der Gemeinde Mouresi untergebracht ist. An der Hauptstraße durch das Dorf steht zudem das Denkmal der drei Wohltäter: die Büsten von Ioannis Kartalis, Sofoklis Achillopoulos und Nikolaos Nanopoulos, den größten Förderern der Gegend.
Versäumen Sie auch nicht die kleine Kirche Panagia Megalomata, die in einen Felsen nahe dem Strand von Fakistra gebaut ist und während der osmanischen Herrschaft als geheime Schule diente.
Reisende lieben Tsagarada nicht zuletzt deshalb, weil es Berg und Meer verbindet. Zu jeder Jahreszeit gibt es hier etwas anderes zu erleben. Im Winter, wenn Tsagarada schneeweiß ist, können Sie im nur eine halbe Stunde entfernten Skigebiet Ski fahren, die wunderschönen Wälder erkunden, versteckte Pfade und geheime Ecken entdecken und auf Wanderungen über das dichte Netz aus Kalderimia (alten gepflasterten Saumpfaden) und Wegen die traditionelle Architektur der Herrenhäuser bewundern. Kommen Sie dagegen im Sommer, wenn das Dorf in Blumen versinkt, baden Sie an einem der traumhaften Strände ganz in der Nähe – etwa am mondänen Mylopotamos mit seinem türkisgrünen Wasser und den riesigen Felsen, in Fakistra oder in Labinou –, erfrischen Sie sich unter den Platanen des Dorfes und besuchen Sie eine der Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Festivals, die in dieser Zeit in der Gegend stattfinden.
















